Häufig gestellte Fragen

Ihre Fragen beantwortet Frau OÄ Dr. med. Hellen Knauerhase

Wie wirkt Strahlentherapie?

Ionisierende Strahlung greift im Kern der Zelle an und schädigt die "DNS-Spirale" so in ihrer Struktur, dass die Zelle ihre Teilungsfähigkeit verliert und im Laufe der Zeit abstirbt. Gesunde Zellen verfügen über Reparaturmechanismen, die solche Schäden besser beheben können. Tumorzellen reparieren schlechter. Sie können sich dann nicht mehr ungehemmt teilen und sterben ab.

Damit die gesunden Zellen Zeit haben, sich wieder zu erholen, erfolgt die Bestrahlung in kleinen Einzelportionen Tag für Tag. Viele Einzelbestrahlungen sind also keine besonders aggressive Therapie, sondern eine besonders schonende. Wie oft Sie zur Bestrahlung kommen müssen, hängt von der Art und Lokalisation der Tumorerkrankung ab. Hier werden Sie ausführlich im Aufklärungsgespräch informiert.

Welche Nebenwirkungen treten bei der Strahlentherapie auf?

Die Strahlentherapie ist eine örtlich begrenzte Behandlung und wirkt daher in der Regel nur im Bereich der Bestrahlungsregion. Grundsätzlich unterscheidet man akute Nebenwirkungen, d. h. solche, die bereits während der Strahlentherapie auftreten, von Spätreaktionen, die Monate bis Jahre nach der Behandlung eintreten können.
Beispiele für akute Nebenwirkungen sind Schleimhautentzündungen im Mund, wenn der Kopf-Hals-Bereich bestrahlt wird und Übelkeit oder Durchfälle bei Bestrahlung im Bauchbereich oder Hautrötungen bei Bestrahlung der Brust.
Als Spätreaktionen können Hautverfärbungen oder Verhärtungen des Organ- und Bindegewebes auftreten, die auch zum Funktionsverlust führen können wie zum Beispiel zum Verlust der Speichelbildung.
Solche Nebenwirkungen kommen heute aber immer seltener vor, weil die Bestrahlungsplanung und -technik stetig verbessert und außerdem kleinere und damit verträglichere Einzeldosen verabreicht werden. Ganz vermeiden lassen sie sich leider nicht.

Fallen bei der Strahlentherapie die Haare aus?

Prinzipiell ist Haarausfall nur dann möglich, wenn behaarte Haut bestrahlt wird, zum Beispiel bei einer Bestrahlung im Kopfbereich bei Hirntumoren oder Hirnmetastasen. Eine Bestrahlung etwa der Brust oder der Prostata führt nicht zu einem Haarausfall auf dem Kopf.

Belasten die Strahlen auch meine Familie und Angehörigen?

Die häufigsten Strahlenbehandlungen finden durch die Linearbeschleuniger statt. Hierbei werden keine radioaktiven Strahler in den Körper eingebracht. Deshalb geht vom behandelten Patienten selbst keine Strahlung aus. Sie können also ganz normal mit Ihren Angehörigen allen Aktivitäten nachgehen.

Kann die Therapie mit einer bestimmten Ernährung unterstützt werden?

Es gibt keine spezielle Krebsdiät. Keine wissenschaftliche Studie konnte bislang beweisen, dass spezielle Diäten Krebserkrankungen beeinflussen oder gar heilen können.

Essen Sie, was Ihnen gut bekommt und die akuten Nebenwirkungen der Strahlentherapie nicht verstärkt!
Lebensmittel, die häufiger - insbesondere bei Bestrahlung der Verdauungsorgane - Beschwerden verursachen, sind:

  • sehr fette und sehr süße Speisen, wie Paniertes und Frittiertes, fette Fleisch- und Wurstwaren, Torten
  • blähende Gemüse wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Kohlgemüse u. a.
  • hartschaliges und säurehaltiges Obst wie Stachelbeeren, Rhabarber, Zitronen, Apfelsinen, Grapefruit
  • scharf Gebratenes, stark gewürzte, geräucherte, gesalzene und gesäuerte Speisen
  • alkoholische Getränke und stark gerösteter Bohnenkaffee

Kann ich Sport treiben und berufstätig bleiben?

Häufig ist es durchaus möglich, dass Sie während der Behandlungszeit, Ihre sportlichen Betätigungen nicht aufgeben müssen und Ihren Alltag beibehalten können. Auch ob Sie weiterhin berufstätig sein möchten oder Ihr Arzt Sie lieber für eine gewisse Zeit krankschreiben soll, hängt  von Ihrer persönlichen Situation ab.

Mäßige Bewegung, wie z. B. Spazierengehen, tut meist gut. Machen Sie ruhig alles, was Ihnen Spaß macht und verzichten Sie auf das, was Sie seelisch oder körperlich überfordert.

Kann ich selbst mit dem Auto zur Strahlentherapie fahren?

Häufig ja. Sie dürfen aber nicht Auto fahren bei einer Strahlentherapie des Gehirns und bei manchen Kombinationsbehandlungen aus Strahlentherapie und Chemotherapie sowie bei der Einnahme bestimmter Medikamente, die die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Werden die Fahrtkosten von der Krankenkasse erstattet?

Fahrten zur stationären oder teilstationären Behandlung werden in der Regel übernommen.  Fahrten zur ambulanten Strahlentherapie werden nach ärztlicher Verordnung und nach vorheriger Genehmigung durch die Krankenkasse häufig übernommen. Setzen Sie sich mit Ihrer Krankenkasse vor Beginn der Behandlung in Verbindung und klären Sie, welchen Eigenanteil Sie möglicherweise tragen müssen.