Patienteninformationen

Liebe Patienten,

wenn bei Ihnen eine Strahlentherapie geplant ist, so finden Sie hier Informationen zum Ablauf der Behandlung. Die Behandlungsmöglichkeiten der Strahlentherapie/Radioonkologie haben sich in den letzten 15 Jahren enorm erweitert. Neue therapeutische Verfahren verbessern die Heilungschancen bei Krebs und verringern die bekannten Nebenwirkungen kontinuierlich. Eine alleinige Bestrahlung erfolgt heute nur noch bei einem Teil der Patienten. In der Mehrzahl erfolgt die Radiotherapie im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts, also in Kombination mit Operation und/oder Chemotherapie. Bei bestimmten Tumoren hat sich herausgestellt, dass die gleichzeitige Anwendung von Chemotherapie und Strahlentherapie besonders erfolgreich ist. Falls dies bei Ihnen der Fall ist, werden wir Sie darüber ausführlich informieren. Soweit möglich, wird die Bestrahlungstherapie ambulant durchgeführt. Eine stationäre Aufnahme ist erforderlich, wenn die Behandlung mit einer Chemotherapie kombiniert werden muss, wenn wir nicht sicher sind, wie gut Sie die Strahlentherapie vertragen, also in Abhängigkeit vom Allgemeinzustand, wenn spezielle Therapieverfahren bei Ihnen zur Anwendung kommen. Auch darüber informieren wir Sie in unserem Aufklärungsgespräch.

Ihr erster Termin

Die Strahlentherapeutische Behandlung erfolgt in der Regel auf Überweisung eines anderen Fachkollegen. Ihr behandelnder Arzt oder Sie selbst können einen Termin zu einem ersten Gespräch und einer ersten Untersuchung in der Ambulanz vereinbaren. Bei Notfällen sollten Sie Ihren behandelnden Arzt bitten, direkt mit unseren Oberärzten oder dem Klinikdirektor Kontakt aufzunehmen, so dass eine schnelle Einweisung erfolgen kann.

Stationäre Patienten

Für die stationäre Aufnahme auf unserer Bettenstation müssen Sie sich selbst anmelden oder durch den einweisenden Arzt anmelden lassen.

Ambulante Patienten

Unsere Anmeldung ist für Sie täglich von 07.00 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet. Eine Voranmeldung ist erforderlich.

Privatpatienten

Für die Sprechstunde melden Sie sich bitte im Sekretariat des Klinikdirektors an.

Telefonische Konsultationen

Unsere Klinikärzte stehen Ihnen für telefonische Konsultationen zur Verfügung.

Bitte mitbringen

Wir benötigen von Ihnen bzw. Ihrem überweisenden Facharzt möglichst alle Unterlagen, die Ihre Erkrankung betreffen. Also:
- alle Operationsberichte,
- die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchungen (Histologien),
- die Ergebnisse der Röntgenuntersuchungen, der Computertomografie, gegebenenfalls Kernspintomographieuntersuchungen (einschließlich der Röntgenbilder), welche chemotherapeutischen Behandlungen bei Ihnen durchgeführt werden und welche anderen Behandlungen bei Ihnen bisher erfolgt sind.

Nach Sichtung dieser Unterlagen wird der Sie betreuende Arzt entscheiden, ob noch weitere Untersuchungen notwendig sind, damit wir über Ihren Therapieplan entscheiden können. Anschließend wird der Arzt Sie über die Grundzüge der Behandlung aufklären, d.h. ob die Behandlung stationär oder ambulant erfolgen kann, wie viele Bestrahlungsfraktionen geplant sind, welche Regionen bestrahlt werden sollen. Bitte stellen Sie ihm alle Fragen, die Ihnen zu diesem Thema wichtig sind. Auch wenn wir manches nicht sofort beantworten können, werden wir uns bemühen, eine Lösung für Sie zu finden. Wir besprechen am nächsten Tag nochmals Ihre Erkrankung und die geplante Behandlung in unserem Ärzteteam. Dadurch können sich Veränderungen ergeben, über die Sie aber der Arzt sofort informieren wird. Zum Abschluss des Gespräches erhalten Sie weitere Termine in der Bestrahlungsplanung, d. h. zur Einstellung der Bestrahlungsfelder und zur Anfertigung eines Computertomogramms zur Bestrahlungsplanung.

Erstuntersuchung

Der erste Kontakt mit uns findet in der Regel in unserem Hause in der Ambulanz statt. An diesem Termin möchten wir die Notwendigkeit der Behandlung (Indikation) abklären, Sie über die Möglichkeiten der Strahlentherapie, Erfolgsaussichten und Nebenwirkungen aufklären und den weiteren Ablauf der Behandlung planen.

Bestrahlungsplanung

Da wir bei der Bestrahlung exakt das erkrankte Gewebe (den Tumor bzw. die ehemalige Tumorregion) erfassen und die gesunden Organe bzw. das Normalgewebe möglichst schonen wollen, ist eine genaue Planung der Bestrahlung erforderlich. Bei dem Termin an unserem Computertomographen (CT), legen wir fest, wie Sie auf dem Bestrahlungstisch liegen werden und ob Hilfsmittel wie Masken, Armschienen usw. verwendet werden müssen.

Mit Hilfe des am CT erstellten dreidimensionalen Schichtmodells Ihres Körpers, werden dann in der medizinischen Planung durch Ärzte die Position des Tumors und die der Risikoorgane in die CT-Bilderserie integriert und die Gesamtbestrahlungsdosis festgelegt. Im Anschluß daran erfolgt in der physikalischen Bestrahlungsplanung die Erstellung des individuell auf Sie zugeschnittenen Bestrahlungsplanes. Hier werden in erster Linie die Anzahl und Richtung der einzelnen Einstrahlwinkel sowie deren Wichtung untereinander festgelegt, um eine optimale Bestrahlung des Tumors bei maximaler Schonung der umgebenden Risikoorgane zu ermöglichen. Der Arbeitsaufwand von medizinischer und physikalischer Bestrahlungsplanung kann je nach Schwierigkeitsgrad mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Auswärts durchgeführte Computertomographien können wir leider nicht verwenden, da Ihre Lagerung dort anders war. Zur exakten Reproduktion der Lagerung und Umsetzung des Bestrahlungsplanes an unseren Bestrahlungsgeräten (Linearbeschleuniger) ist eine Computertomographie aus unserer Klinik unverzichtbar. In Einzelfällen wie z.B. bei Stereotaxien im Kopfbereich oder bei Lungentumoren werden jedoch Aufnahmen von PET-CT (Positronen-Emissions-Tomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) in unseren klinikinternen Planungsablauf integriert.

Zur Ersteinstellung, d.h. an Ihrem ersten Termin zur Bestrahlung, wird vor der Bestrahlung anhand von Feldaufnahmen aus verschiedenen Richtungen Ihre Lagerung ein weiteres Mal verifiziert und mit den am Bestrahlungsplanungssystem erstellten Bildern verglichen. Erst wenn sich diese Kontrollaufnahmen als korrekt herausgestellt haben, beginnen wir mit der eigentlichen Bestrahlung.

Bestrahlungsbeginn

Wir bemühen uns, nach Abschluss der Bestrahlungsplanung so schnell wie möglich mit der Bestrahlung zu beginnen. Leider sind unsere Bestrahlungsgeräte zeitweise sehr stark von Patienten in Anspruch genommen, dass wir Ihnen nicht immer einen genauen Termin nennen können. Wir werden Sie aber so schnell wie möglich darüber informieren.

Bestrahlungsablauf

Die Bestrahlung erfolgt in der Regel einmal am Tag, fünfmal in der Woche. In Spezialsituationen müssen wir von diesem Schema abweichen. Darüber werden wir Sie informieren. Auch während der Strahlentherapie können Sie sich mit Fragen und Problemen immer an unsere Ärzte wenden. Bitte teilen Sie den Ärzten mit, falls sich Ihr Allgemeinbefinden ändert, falls Sie Veränderungen an Ihrem Körper feststellen oder Ihnen irgendetwas ungewöhnlich vorkommt. Der Sie am Bestrahlungsgerät behandelnde Arzt wird je nach Ihrer speziellen Situation weitere Blutuntersuchungen, Röntgenuntersuchungen usw. veranlassen. Nach Abschluss der Bestrahlungen erfolgt nochmals ein eingehendes Gespräch über die stattgefundene Behandlung und die weitere Therapieplanung.

Stationäre Aufnahme

Folgendes sollten Sie zur stationären Aufnahme mitbringen:

Wenn Sie zu uns ins Krankenhaus kommen, schließen Sie mit uns einen Aufnahmevertrag ab.
Dafür benötigen wir: 

  • die Krankenhauseinweisung Ihres Arztes, 
  • Ihren Personalausweis oder Reisepass, 
  • Ihre Krankenversichertenkarte (Chipkarte), 
  • aktuelle Röntgenbilder, 
  • Laborbefunde und 
  • sonstige Krankenunterlagen, sofern vorhanden. 

Außerdem brauchen wir, falls vorhanden:

  • Ihren Impfausweis
  • ggf. Implantatausweis
  • einen aktuellen Medikamentenplan
  • ggf. Allergiepass
  • Adressen und Telefonnummern Ihrer nächsten Angehörigen.

Darüber hinaus benötigen Sie:

  • Ihre Medikamente für den ersten Tag
  • Bademantel
  • Handtücher
  • Waschlappen
  • Waschbeutel
  • Schlafanzug, Nachthemd
  • Hausschuhe
  • Persönliche Gegenstände (Buch, MP3-Player o.ä.)

Wertgegenstände und höhere Bargeldbeträge sollten Sie weitgehend zu Hause lassen.

Sollten Sie doch noch etwas vergessen haben, helfen wir Ihnen gern weiter.